Lautsprechersysteme

In der professionellen Beschallungstechnik gibt es eine Vielzahl unterschiedlichster Einsatzgebiete welche unterschiedlichste Anforderungen an die Systeme stellen.

Um die häufigsten Anwendungen zu nennen, hier ein paar Beispiele:

– Großbeschallungsanlagen:

auch als PA-Anlagen bezeichnet, welche für Event und Gastronomie bei Konzertsälen, Diskotheken, oder auf der OpenAir-Bühne Ihren Einsatz finden. Hier spielt bei der Wahl des richtigen Systems nicht nur ein ausgewogener Klang eine Rolle, sondern auch einen der zu beschallenden Fläche angemessener Schalldruck.

– Sprachbeschallungsanlagen:

für den Bereich Schulung, Präsentation & Konferenz, häufig vorzufinden in Universitäten, Hotels, oder allgemein in Medienräumen.
Ausschlaggebendes Kriterium ist eine 100%ige Sprachverständlichkeit, auch am hintersten Sitzplatz, ohne die Zuhörer mit dem Lautstärkepegel zu überfordern.
Hier legen unsere Audiotechniker besonderen Augenmerk auf die richtige Wahl des Systems, die ideale Platzierung entsprechend der örtlichen Gegebenheiten, bei der Aussteuerung der Beschallung gilt: Sprachverständlichkeit so perfekt wie möglich und dabei nur so laut wie nötig.

– Kirchenbeschallungen:

wichtig ist hier nicht nur eine perfekte Sprachverständlichkeit, sondern auch ein dezentes Äußeres. Es kommen Lautsprechersysteme zum Einsatz welche sich perfekt der Architektur unterordnen ohne Kompromiss an Klangeigenschaften. Häufig gibt es unter anderem Auflagen um den Denkmalschutz, so ist die Wahl einer technisch sinnvoll konzipierten und optisch mit den örtlichen Gegebenheiten im Einklang befindenden Anlage notwendig.
Selbstverständlich gilt auch bei einer modernen neu einzurichtenden Kirche: weniger ist meistens mehr.

Für die verschiedensten Anwendungen gibt es unterschiedliche Lautsprechertypen.
Grundsätzlich lassen sich diese in zwei Hauptgruppen unterscheiden:

– Punktschallquelle:

dazu zählen alle horngeladenen Systeme, wie z.B. die klassische 15-3er Musiker-Lautsprecherbox, ein 12-2er Monitorlautsprecher auf der Bühne, PA-Anlagen für kleine bis mittlere Gigs, oder kleine bis mittlere Sprachanlagen. Hauptmerkmal bei solchen Lautsprechersystemen ist das häufig nur ein Chassis für den für den jeweils genutzten Frequenzbereich eingesetzt wird, sprich im einfachsten Fall ein Tieftöner, ein Mitteltöner und für die hohen Frequenzen ein Hochtöner, meist mit Horn. Häufig werden auch die Mitteltöner mit Hörnern versehen, was die Effizienz der Chassis steigert und außerdem die Möglichkeit schafft, den Schall zu richten.
Ein normaler Lautsprecher ohne Hornvorsatz hat in der Regel eine kugelförmige Abstrahlcharakteristik ringsum um das Chassis. Ein typisches Hochtonhorn häufig 60° x 90°, kann aber auch anwendungsspezifisch variieren. Da die Größe des Hornvorsatzes direkt mit der akustisch zu verstärkenden Welle im Verhältnis steht, sprich je niedriger die Frequenz, desto größer das benötigte Horn, sind horngeladene Subwoofer Aufgrund einer recht aufwändigen Bauweise immer seltener anzutreffen.

Da sich die Effizienz der Lautsprecher über die jahrzehntelange Entwicklung stark gesteigert hat, wird bei modernen Subwoofern auf Hornvorsätze verzichtet. Somit haben sich die riesigen Kisten verkleinert, trotz der immer höheren möglichen abzugebenden Schalpegel. Wichtigstes Merkmal einer Schallquelle ist die Effektivität und deren Pegelabnahme mit der Entfernung zum Lautsprecher. Bei den genannten Punktschallquellen gilt:

Die Schallpegelabnahme bei Entfernungsverdopplung zur Schallquelle beträgt nach der Theorie 6dB, was einer Halbierung entspricht.
Anders verhält sich die Schallpegelabnahme bei den Schallzeilen.

– Schallzeile:

auch Linienstrahler oder LineArray genannt.
Die Schallpegelabnahme bei Entfernungsverdoppelung zu einer Linienschallquelle beträgt nur 3dB. Solche Systeme unterscheiden sich zu den Punktstrahlern in der Anzahl der verwendeten Lautsprecherchassis pro Frequenzbereich. Da sich die Einzelkomponenten aus aneinandergefügten Punktschallquellen zu einer Schallzeile addieren, ergibt sich eine geringre Abnahme des Pegels pro Entfernungszunahme zum Lautsprecher, was solche Systeme für Einsätze, wo höhere Entfernungen überbrückt werden müssen, attraktiver macht.
Im einfachsten Fall kommen Schallzeilen gerade im Bereich Kirchenbeschallung, aber auch bei Großbeschallungsanlagen für OpenAir und Konzert zum Einsatz.
Äußerlich sind diese leicht zu erkennen in der länglichen, meist leicht gekrümmten Bauform, oder größer an der typischen „Lautsprecher-Banane“ rechts und links von der Bühne.
Da in Kirchen größtenteils Sprache übertragen wird, lassen sich diese Schallzeilen sehr einfach bauen, da meist nur ein Chassistyp in mehrfacher Anzahl verbaut wird.

Diese übertragen das komplett benötigte Frequenzspektrum, was bei Sprache doch geringer abgesteckt werden kann als bei Musik und damit eine einfachere Bauweise erlaubt.
Somit entfallen aufwändige Frequenztrennung sowie Laufzeiten- und Phasenkorrekturen.
Bei Großbeschallungsanlagen ist der technische, sowie entwicklerische Aufwand immens größer, so sind die LineArray Systeme erst seit den 90er Jahren immer häufiger auf Großbühnen aufzufinden. Um höhere Schallpegel generieren zu können werden Hoch- & Mittelton voneinander getrennt. Um den Effekt der Schallzeile nutzen zu können gilt, der mechanische Abstand der Chassis zueinander muss weniger als die Hälfte der zu übertragenden Wellenlänge sein. Einfach erklärt, je höher die abzubildende Frequenz, desto geringer der Abstand von Chassis zu Chassis. Genau hier liegt die Schwierigkeit im Hochtonbereich und den dazu verwendeten Hochtonhörnern. Anstelle der „normalen“ Hörner wie bei Punktschallquellen, kommen sogenannte Waveguides zum Einsatz. Dies sind speziell entwickelte Vorsätze, ohne diese der Effekt der Linienschallquelle nicht entstehen würde. Bei Konzertanlagen werden die Schallzeilen in einzelne Segmente (Boxen) unterteilt, so lässt sich die Zeile beliebig verlängern. Je länger der zu beschallende Raum, desto mehr Elemente werden aneinander gereiht. Da die Abstrahlcharakteristik systembedingt in der Vertikalen nicht mehr als 15° beträgt, lässt sich die Energieverteilung in dem zu beschallenden Bereich über die Winkelung der Einzelsegmente ziemlich genau definieren, daher die typische gekrümmte Bananenform. Der Schallzeileneffekt kommt erst ab einer gewissen Anzahl an Lautsprecherchassis zur Geltung. Als Richtwert gilt in der Veranstaltungstechnik, mindestens vier Elemente pro Seite einzusetzen um von einem echten LineArray sprechen zu können.
Auch macht eine hängende, bzw. fliegende Montage Sinn,
alternativ gibt es Stacking-Adapter am Markt, so lassen sich kleinere Systeme auch mal auf Subwoofer stellen, was aber eher eine Kompromisslösung darstellt.
Diese Systeme haben in der Horizontalen meist eine recht breite Abstrahlcharakteristik von bis zu 100°, so kommen kaum zwei „Bananen“ nebeneinander pro Bühnenseite zum Einsatz, was akustische phasenbedingte Frequenzauslöschungen und Einbußen im Klang vorbeugt.

Als kleiner Einstieg in die Technologie der Beschallungstechnik möchten wir darstellen wie komplex das Thema ist: „welches ist das richtige Produkt für unseren Einsatzzweck?“.

Gerne entwickeln wir für Ihr Projekt das perfekt abgestimmte Konzept.
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